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Practical Taoism [08]
![Practical Taoism [10]](../../Practical-Taoism_Thomas-Cleary-200.jpg)
Selbst wenn du Konzentration lange geübt hast, aber dein Körper und Geist haben weder
diese fünf Zeitabschnitte, noch die sieben Zeichen, verkürzt du deine Lebensjahre und verschmutzt deine Gesundheit; wenn der Körper zerfällt, kehrst du zurück uns Nichts.
Unter diesen Bedingungen ist es nicht wahr dir selbst einzureden, Einsicht, Erwachen und den Weg erlangt zu haben. Dies kann als Irrtum bezeichnet werden.
Panshan´s Zitatenschatz bemerkt: „Übende sollten eine feste Entschlossenheit an den Tag legen und fleißig den Geist verfeinern, Stunde um Stunde, Augenblick um Augenblick, ohne die Zukunft
zu erwarten. Hege keine Ambitionen für Erfolg oder Hoffnung auf transzendentale Freiheit in diesem Stadium.
“ Übende sollten diesen Körper ansehen wie einen Ochsen, der zum Schlachten geführt wird;
jeder Schritt bringt ihn dem Tode näher. So kommt es, dass der Tod deine Gedanken beherrscht, alles wird abgeworfen. Auch wenn die Dinge in deinem Lebensraum dich mit Verwirrung umgeben,
sehen deine Augen nichts, hören deine Ohren nichts. Von Augenblick zu Augenblick alles vergessend, den Körper sogar aufgebend,
vom Rest ganz zu schweigen; indem du dieser Art den Geist verfeinerst, wirst du schnell Ergebnisse sehen. Übende behalten ihren Geist auf dem Weg, sowohl inmitten von Aktivität, als auch in der Ruhe,
in jedweder Situation, ab sie nun laufen, still stehen, sitzen oder ruhen. Unverändert in der Begegnung mit Dämonen, ungerührt bei Belagerung; du bist gerade so, im Wohlsein, wie auch in der Gefahr.
Den Körper ohne Bedenken aufgebend, fleißig weiter fortschreitend, keine Angst gegenüber Leben und Tod, dann bist du ein Mensch mit Entschlossenheit.
Wenn du beginnst, den Grund deines Geistes zu verfeinern, musst du deine bisherige Subjektivität, deine Zuneigungen, deine Vorhaben, Beurteilungen, Hoffnungen, Berechnungen, Feindseligkeiten
und Rivalitäten nehmen und sie gerade durchtrennen.
Nimm auch deine bisherigen Leidenschaften für Alkohol, Sex, Geld, Macht, Wettbewerb, Urteile,
Anhaften, Verlangen, Selbstsucht, Widernatürlichkeiten, Ehrgeiz und Gier und beende jede einzelne. Wenn du äußerlich keine Verwicklungen hast, ist dein Körper leicht und lebendig;
wenn du innerlich keine Leidenschaften hast, ist dein Geist leicht und lebendig. Innere und Äußere Leichtigkeit und Lebendigkeit werden dir letztendlich unverfälscht
und tiefgehend vertraut; dann musst du dies jedoch wachsam zu jeder Zeit aufrecht erhalten; immer bedacht, in dem, was du sagst, gemäßigt beim Essen und Trinken, den Schlaf vermindernd.
Wenn das Äußere und das Innere sich gegenseitig begünstigen, werden irdische Verunreinigungen rückstandslos weggewaschen; zu diesem Zeitpunkt erscheint dein ursprüngliches Leben,
dein grundlegender Geist (spirit) von sich aus; fähig selbständig zu agieren. Dann bist du ein unübertroffener Wanderer.
Übende müssen etwas gegen ihre eingefahrenen Gewohnheiten und ihre mit Vorurteilen
behafteten Gedanken unternehmen. Verfeinere deinen Geist energisch, um sie aufzugeben. Sogar der Körper muss aufgegeben werden, wenn er an seine Grenze stößt –
um wie viel mehr also die Gedanken, da sie nicht real sind?
Du musst dies alles reinigen, und so werden dich keine psychischen Leiden behindern.
Dinge außerhalb deines Körpers, abstrakt oder konkret, sind es nicht wert im Gedächtnis behalten zu werden, oder sich gedanklich mit ihnen zu befassen. Sie kommen und gehen vor unseren Augen wie Moskitos;
wenn wir sie Wegfegen, treiben wir sie an: Wenn wir große Anstrengungen unternehmen, die Dinge abzuweisen,
die schwer aus dem Gedächtnis zu vertreiben sind, ist das schon selbst eine Saat zu fruchtbarer Routine!
24 Stunden am Tag den Grund deines eigenen Geistes zu verstehen: Wenn Gedanken auftauchen,
untersuche sie, ob sie wahr oder falsch sind. Wenn es falsche Gedanken sind, lösche sie sofort aus. Sind es wahre Gedanken, wende sie an.
Tag und Nacht, zu jeder Zeit, jeden Augenblick, wenn du aktiv bist oder ruhig, zerschlage gedankliche Unbeweglichkeit. Wenn du dem Irrtum anheim fällst, verfolge ihn;
verfolge ihn solange, bis keine Spur mehr von ihm übrig bleibt. Dann wird die ursprüngliche Quelle klar und sauber sein. Sogar der kleinste Irrtum sollte ausgeschlossen werden.
Sogar die kleinste Tugend sollte entfaltet werden. Ein Schnitt durchtrennt alles. Wenn der eine Gedanke an wahre Ewigkeit für immer ungebrochen weitergeführt wird, gibt es keinen Verfall.
In diesem Auf und Ab in Myriaden von Dingen und Myriaden von Situationen, auch wenn du harmonisch reagieren willst, musst du in der Lage sein,
für dich selbst Verantwortung zu tragen und nicht nur nach den Dingen zu streben. s ist wie deine Augen schützen: wann immer irgendwo Staub aufgewirbelt wird,
schließt du deine Augen, um ihn nicht einzulassen. Schütze dich selbst auf diese Art, und letztendlich wirst du das Ergebnis erfahren. Solange dein Geist den Dingen Zutritt lässt,
wird er davon gefangen und du bist nicht in der Lage Verantwortung für dich selbst zu übernehmen.

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übersetzt von
Irmgard “Örmi” Flachmann - Feine Fäden Duisburg -
Thomas Cleary, aus der Einführung zu “Practical Taoism”

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