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Die Abhandlungen über
“Das Tai-Chi Ch’uan der Shaolin Schule” [II]
Die 6 Teilaspekte im Tai-Chi Ch’uan der Shaolin Schule sind:
1. Die Arbeit an einer Form
2. Die Atemschule
3. Tai-Chi Meditation
4. Arbeit an der Körperstruktur
5. Schule der Konzentration
6. Das Verinnerlichen des Urprinzips

“Shaolin Nei-Kung” - die Inneren Übungen der Shaolin-Schule - :
2. Die Atemschule
“Der Mensch befindet sich in der Luft, wie die Luft [das „qi/chi
“, d.h. der Atem] in ihm. Von allen Lebewesen dieser Welt ist keines bekannt, das ohne Luft leben könnte.
Wer den Atem meistert, der nährt den Körper von innen („yangshen“).“ [Sifu-Tze Ta-Sé, 1982]
Der normale Atemrhythmus des Menschen besteht aus einem Cyklus von Einatem- und Ausatemphase.
In der westlichen Medizin ist bekannt, daß verschiedene Störungen im metabolischen System des Menschen einhergehen mit Veränderungen in der Atemfrequenz.
Seit Jahrhunderten gelingt es tibetanischen, indischen und chinesischen Mönchen in ihrem Yoga und ihren Meditationspraktiken aus diesen Beziehungen nutzen zu ziehen;
indem sie ihren Atemvorgang beeinflussen, rufen sie psychische und physische Veränderungen in sich selbst hervor. Menschen, die nicht im Rahmen einer fundierten Atemschule angeleitet werden,
sollten diese Methoden nicht ohne geschulte Lehrer mit entsprechendem Hintergrundwissen eigenmächtig imitieren. Bereits in den klassischen Yoga-Schriften des
Patanjali wird ausdrücklich
auf die Gefahren hingewiesen. In den traditionellen östlichen Schulen hat man wesentlich mehr Erfahrung über diese Dinge und die Menschen dort eine völlig andere Ausgangslage, die beim westlichen Menschen
erst geschaffen werden muß, bis an diesen Stufen angesetzt werden kann. Um die Atemtätigkeit zu steuern, muß der Anfänger hier zuerst zu seiner natürlichen Atemfrequenz
zurückgeführt werden. Erst wenn wir genug Wissen über unseren eigenen natürlichen Atemvorgang gewonnen haben, können wir uns gefahrlos in diese Materie weiter vertiefen, Atem-„Techniken“ anwenden. Durch
Veröffentlichungen des Gesundheitsministeriums ist hinlänglich bekannt, daß die wenigsten Menschen natürlich, d.h. gesund atmen.
Die Atemtechnik des Tai-Chi Ch’uan setzt also bei der natürlichen Atmung an. Während aller Übungen wird durch die Nase tief, ruhig und gleichmäßig eingeatmet ohne zu übertreiben.
Die Luft wird dann für einen Moment im Inneren gehalten und dann ruhig und fließend, geräuschlos ausgeatmet. Dies nennt man „den Atem verfeinern“.
Die Entwicklung der Atemkontrolle, dies sei an dieser Stelle ausdrücklich angemerkt, ist ein langwieriger Schulungs-Prozeß über den Weg des natürlichen Atmens, der erst gefunden und
kultiviert werden muß. Das Ziel ist, die Luft möglichst lange, ohne Schwierigkeiten einzubehalten und damit das „qi“ im inneren zu bewahren und wenig Luft wieder nach Außen abzugeben.
Das Üben geschieht nur unter der Aufsicht und Anleitung eines geschulten Lehrers. Atem-Schulung [„tiao xi“] ist eine wesentliche, Jahre dauernde Arbeit
in der Übungspraxis des Tai-Chi Ch’uan.

unsere Literatur-Empfehlung Stephan Palos - “Atem und Meditation“ -

Dr. Yang Jwing Ming
- “Roots of Chinese Qigong” -
:
- weitere Texte sind in Vorbereitung -

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